Alles anzeigenDazu vielleicht auch noch ein paar Informationen, weil diesbezüglich immer wieder Bedenken geäußert werden. Dass der Verteilnetzbetreiber dimmen kann, ist bislang reine Theorie, denn die VNB können und wollen nicht dimmen. Wir haben rund 860 VNB in Deutschland, insofern darf man eigentlich nicht pauschalisieren, aber der Löwenanteil ist technisch gar nicht in der Lage, das Dimmsignal zu senden. Die können also nicht dimmen.
Und in aller Regel wollen sie auf keinen Fall dimmen. Und das ist die (vereinfachte) Erklärung: Die VNB erstellen täglich Prognosen zur erwarteten Last im Tagesverlauf. Wenn auf Basis dieser Prognosen eine Überlastung im Netz droht, dürfen sie Wallboxen, Wärmepumpen, andere Großverbraucher in Privathaushalten (wie netzladende Batterien oder Heizstäbe) und ggf. gewerbliche Kunden dimmen. So wie ein VNB aufgrund einer Prognose aber das erste Mal dimmt, beginnt für ihn automatisch eine zweijährige Frist zu laufen, in der er (vereinfacht gesagt) sein Netz digitalisieren muss, denn der Gesetzgeber will, dass nicht auf Basis von Prognosen, sondern nur auf Basis von realen Daten gedimmt wird. Zu Dimmen triggert für die VNB letztlich großen Aufwand und große Investitionen und die meisten VNB hassen alles, was mit Digitalisierung zu tun hat. Deshalb wollen sie nicht dimmen.
Im Kern liegt der Gesetzgeber richtig, denn wir brauchen langfristig die Flexibilisierung der Verbräuche, also der Last im Netz, denn das erspart immens Investitionen in den Netzausbau und macht die Energiewende günstiger. Wie bei vielen anderen eigentlich sinnvollen Maßnahmen (Smartmeter-Rollout, zeitvariable Netzentgelte, ...) sabotieren viele VNB alles und im Endeffekt haben Verbraucher hohe Kosten durch die Herstellung der Steuerbarkeit und das Ganze hat aktuell null Nutzwert.
Und wo ich gerade zeitvariable Netzentgelte genannt habe: Viele kennen dynamische Stromtarife und nutzen diese, um E-Autos günstig zu laden. Zeitvariable Netzentgelte kennen viele noch nicht. Es kommt darauf an, wie der lokale Verteilnetzbetreiber die ausgestaltet hat, aber in vielen Fällen lassen sich damit größere Beträge sparen, als mit dynamischen Stromtarifen. Und anders als bei dynamischen Stromtarifen ist diese Einsparung garantiert, denn die zeitvariablen Netzentgelte stehen immer für ein Jahr im Voraus fest. Voraussetzung ist aber eine offizielle angemeldete, steuerbare Wallbox (oder Wärmepumpe, Batterie, ...)
Sehr gut endlich mal einer der tacheles redet und noch etwas Licht ins Dunkel der VNB's bringt. Hat zwar nur bedingt mit der Wallbox zu tun, hilft aber das ganze System dahinter zu verstehen. Habe nach langem Kampf nun nach 9 Monaten endlich auch Zeitvariable Netzentgelte zum meinem dynamischen Stromvertrag bei Tibber. Das Sparpotential ist enorm. Wir haben 2 E-Autos aber sonst keine Photovoltaikanlage oder Speicher und sparen schon allein durch die Kombination Zeitvariable Netzentgelte und dynamischer Stromvertrag ne menge Geld ein. Man muss halt lediglich zu den günstigen Zeiten das Auto anschließen, z.b. morgen von 12:30 Uhr - 15:30 Uhr physicher Strompreis unter 0 Cent, heißt ich bekomme Geld fürs Stromverbrauchen.
Kann dazu mal noch ein etwas Empfehlen: Photovoltaikforum mit dem Tibber Thread und die App Greenshare. Mit der App kann man super Laden vorplanen für eine Woche im voraus und der Tibber Thread im Photovoltaikforum dienst als Blick hinter das ganze System, wenn es interressiert.
Ps: soll hier keine Werbung sein für eine bestimmten Stromanbieter oder sonstiges sein, gibt auch noch diverse andere Anbierter mit dynamischen Stromtarifen.